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Triathlon
auf unsere Art, 2001
Duathlon
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Jeder Trainer hätte uns sicher dringend abgeraten von dieser
Wettkampfhäufung. Um einer bösen Enttäuschung vorzubeugen, hatten
wir beiden unsere Erwartungen tief heruntergehängt, so auch
meine Frau bei ihrer internationalen Premiere.
So sind wir ohne große Aufregung nach Rimini
gefahren, haben die vielen Autostunden und diverse Staus klaglos
ertragen und wurden schließlich von der Adria mit einem wohltuend
warmen Spätsommerwetter empfangen. Am Vortag sind wir noch die
Radstrecke abgefahren und haben uns die Wendekreise eingeprägt.
Eine flache, technisch nicht sehr schwierige Strecke, gut gesichert
und abgesperrt.
Jutta war am Freitag Vormittag dran, ich am
Nachmittag. So konnten wir uns gegenseitig betreuen. Der Laufkurs
war sehr zuschauerfreundlich angelegt, alle 800 Meter kamen
die Läufer auf Sichtweite vorbei. Recht forsch ist meine Jutta
angelaufen. Als Vierte in ihrer Klasse kam sie zum Radwechsel,
und richtig frech ist sie losgedüst, flach auf dem Aerolenker
liegend, in ihrem schwarzen Raddress gut anzuschauen. Sie ist
als Vierte angekommen und konnte auch beim zweiten Lauf ihre
Position halten. Eine kleine Ruhepause konnte ich noch für mich
einlegen, bevor ich zum Radcheck fuhr. Es war angenehm war,
also im leichten Renndress für alle drei Übungen, keine Frage.
In der verbliebenen Stunde baute ich beim Einlaufen und Dehnen
die nötige Spannung auf. Optimismus und Begierde kamen mir hoch,
Wann geht's denn endlich los?" Der Marathon war vergessen.
Dann habe ich mir auch noch meine Konkurrenten
ausgeschaut, es waren sieben aus fünf Nationen. Einige Begrüßungsworte,
dabei prüfend abschätzende Blicke. Ich kannte keinen von ihnen,
weder den Polen, noch den Tschechen, den Franzosen, die Amerikaner
und den weit angereisten Mann aus Venezuela. Na denn, nur keine
Komplexe, ich habe ja nichts zu verlieren.
Es war ein schneller Start, alle Männer über
50 und wir Alten mittendrin. Da ließ ich mich mitziehen. Und
nach einem Kilometer der Blick zu meiner Frau. Sie reckte den
Daumen hoch und schrie: Erster!" Das baut auf, kaum zu
glauben. Aber ich dachte, die Meute wird sicher nur knapp hinter
mir her sein. Zunächst blieb ich noch vorn. Aber nach der zweiten
Runde hörte ich die warnende Stimme meiner Frau: "Fünf Sekunden!"
Und da war er auch schon heran, der Franzose, und zog vorbei,
ich konnte ihn nicht halten. An meiner Pulsuhr konnte ich ablesen,
dass ich heute keine Spitzenzeit erreichen werde. Schließlich
konnte ich das auch nicht erwarten. Eingangs der letzten Runde
vernahm ich dann den beruhigenden Zuruf: Nach hinten Lichtjahre!"
Da konnte ich das Tempo vor dem Wechsel etwas zurücknehmen.
Wieviel werde ich auf der Radstrecke verlieren? Wir hatten nämlich
das Radtraining in diesem Jahr sträflich vernachlässigt. Nicht
viel mehr als 500 Kilometer sind da zusammengekommen. Ein Pendelkurs
war vier Mal zu durchfahren, die Wendeschleifen und Schikanen
waren auch bei erhöhtem Wettkampftempo gut zu meistern. In tiefer
Aerohaltung und rundem Tritt bei erhöhter Frequenz versuchte
ich, das Beste herauszuholen. Ich war mit mir zufrieden, als
ich zum Wechsel kam. Es ist ja immer eine Erleichterung, wenn
man bei Triathlon und Duathlon ohne Panne vom Rad steigen kann.
Der führende Franzose war auch auf dem Rad schneller gewesen.
Der war also weg. Überraschend schnell kam ich beim zweiten
Lauf wieder auf Touren. Als ich nach einigen Kilometern auf
der Gegengeraden einigen meiner 70-jährigen Mitstreitern begegnete,
konnte ich ihre Enttäuschung an den Gesichtern ablesen. Die
Silbermedaille war sicher, Vizeweltmeister! Da war es nur noch
Ehrensache, eine ordentliche Gesamtzeit zu erreichen. Es wurden
2:36,08 Stunden. Meine Frau Jutta hatte sich selbst übertroffen,
sie war nur zweieinhalb Minuten langsamer unterwegs eine
Entschädigung dafür, dass sie ihr Marathonziel von vier Stunden
um einige Minuten verpasst hatte. |
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