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Triathlon auf unsere Art, 2001
Berglauf

Kitzbüheler Hornlauf am 28. August. Das ist ein Traditionslauf für uns. Seit vielen Jahren sind wir dabei, schließlich haben wir uns auf der gegenüberliegenden Ehrenbachhöhe vor zehn Jahren kennen gelernt. Am 6. September stand der Sparkassenlauf in Leipzig an, ein Muss für mich als einer der Initiatoren und Mitglied der Sparkassen-Marathon-Kommission.
     Nur sechs Tage später, nämlich am 14. September, schließlich die Duathlon-Weltmeisterschaft in Rimini. Da wollten wir halt auch dabei sein. 1.234 Höhenmeter sind auf der Bergstraßen hinauf zum Horngipfel zu überwinden. Gestartet wird auf dem Marktplatz in Kitzbühel, bis ganz oben sind es 13 Kilometer. Wie wild wird da losgerann
t, wie bei einem kurzen Straßenlauf. Einige Kilometer bergauf, bergab bis zum Eingang der Bergstraße. Einfach dabei zu sein ist doch schön, und ich sehe auch einige bekannte Gesichter von jüngeren Leuten in meiner Nähe. Und dann geht es auf der eigentlichen Bergstraße richtig los. Tief und intensiv durchatmen. Mir ist da richtig "feierlich" zu Mute, wenn der Berg ruft. In Dutzenden von Serpentinen windet sich die Straße nach oben. Ich suche mein Tempo, den Rhythmus und das Gefühl, diese Intensität kannst du die nächste Stunde halten. Die Oberschenkelmuskulatur muss da mitmachen beim Abdruck nach oben, und die Atmung. Mein Puls pendelt bei 150 und darüber. Angenehme Erinnerungen werden wach an Bergläufe in früheren Jahren. Und das Schönste dabei ist, dass ich mich stark fühle wie früher, vor 10 oder 20 Jahren. Nur die unbestechliche Uhr sagt mir, dass ich nicht mehr so schnell bin. Aber das Körpergefühl ist wie ehedem. In den Spitzkehren den Blick zurück nach unten, ob da ein Konkurrent auftaucht und die Blicke nach oben. Ganz weit da oben laufen sie, da muss ich ´rauf und noch viel weiter.
     Oft denke ich an meine Frau – wie wird sie es packen? – und halte Ausschau nach ihr in den Kurven. Es wird merklich kühler da oben nach etwa 1000 Höhenmetern, und schließlich tauchen wir in eine Nebelsuppe ein. Erfahrene Bergläufer schalten im steilen Gelände auf lange, kräftige Gehschritte um, das ist ökonomischer. Ich kann das testen gegen einige meiner Vordermänner. Ich bin wirklich gut drauf und überhole im steilen, oberen Teil. Unter heftiger Atmung setze ich mich wieder und wieder in einen kräftigen Trab, drücke mich hoch gegen die Schwerkraft. Im Schlussstück weht ein eisiger Wind heran. In der leichten Kleidung fühle ich mich wie nackt und der Kälte ausgeliefert. Die Intensität noch mal steigern, das hilft auch gegen die Kälte. Auf dem letzten Kilometer hat sich einer aus dem Nebel auftauchend immer wieder an mich herangearbeitet. Kurz vor dem Passieren hat er dann ausgesetzt. Unter Anfeuerungsrufen wuchte ich mich die letzten 50 Meter hinauf. Als mein Verfolger ankommt, legt er mir die Hand auf die Schulter und sagt: „Du bist wahnsinnig stark." Als er mich dann nach meinem Alter fragt, schlägt die Anerkennung in Bewunderung um. In 1 Stunde, 42 Minuten bin ich auf dem dritten Platz angekommen. Den beiden Schnelleren vor mich kann ich es vergönnen. Sie sind Berglauf-Spezialisten, der eine davon extrem leicht, eine Bergziege mit Gewichtsvorteilen. Meine Frau kommt sieben Minuten später an. Wir beide freuen uns riesig, denn sie ist zehn Minuten schneller gewesen als im Vorjahr.

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