Gerhard bat den Taxifahrer,
vorauszufahren und uns den Weg zu zeigen. In der miesen, einseitigen
Straßenbeleuchtung, ahnten wir die großen Pfützen
auf der Straße nur. Der Taxifahrer fuhr so schnell, dass
wir kaum seinen Rücklichtern folgen konnten. Gerhard rief
ihm ärgerlich einen Fluch hinterher. Die Fahrt war der
reinste Blindflug. In kurzen Abständen rief mein Mann mir
zu: „Frau, bist du noch da?“. Ich schrie zurück:
„Ja, Ja“.
Die Fahrt kam uns unendlich weit vor.
Endlich hielt der Fahrer, wir waren da. Man erwartete uns schon.
Anscheinend hatte uns der Polizeibeamte in dieser Herberge schon
angekündigt. Wir waren wieder einmal angekommen, aber wo?!
Ein Dach über dem Kopf war besser als in einem Zelt bei
solch einem Wetter.
Sehr freundlich wurden wir nicht empfangen.
Wir waren nass wie gebadete Katzen.
Das Erste, was sie von uns wollten,
waren unsere Pässe. Es gab nichts Wichtigeres.
Ich schimpfte lautstark auf Deutsch:
„Schöne Gastfreundschaft“. Sie verstanden zwar
nicht, aber sie wussten genau, dass ich mich über ihr Verhalten
aufregte .Gerhard erkundigte sich nach dem Preis. Zuerst verlangte
die Damen hinter einem Tresen 1000 Tenge, dann plötzlich
2000 Tenge. Sie wusste sehr wohl, dass wir keine Alternative
hatten. Das war meinem Gerhard zuviel. Wütend rief er:
„So nicht, liebe Tante, mehr als 1500 Tenge gibt es nicht
und damit basta!“ Sie nahm das Geld und gab Ruhe.
Das Zimmer im gewohnt russischen Stil
aus der Sowjetzeit, abgewohnt und heruntergekommen. Geweckt
wurden wir durch unseren aktiven Darm. Das war wohl das Ergebnis
der Buspause. Üblerweise hatte die Toilette keine intakte
Spülung. Wir kochten uns noch einen Tee, mehr hatten wir
nicht mehr.
Der Himmel hatte sich wieder beruhigt.
Wir zogen unsere feuchten Kleider an, stiegen in unsere nassen
Schuhe und waren glücklich, wieder frische Luft zu atmen
Wir steuerten die kirgisische Grenze
an. Der Grenzwechsel gestaltete sich problemlos.. |