Als Allerletzter bin ich aufs Rad gestiegen. Vier bildhübsche
Japanerinnen hielten mir mein Fahrrad entgegen. In meiner Verunsicherung
habe ich mich gar nicht richtig bedankt, was mir hernach leidtat.
Trotzig legte ich los: Jetzt erst recht. Beim Bergauf im Wiegetritt
spürte ich noch die Oberschenkel, auf dem Highway fasste ich
aber dann richtig Tritt. Ich überholte reihenweise. Das baute
auf. Jetzt endlich konnte ich meine Bein- und Organkraft voll
in Geschwindigkeit umsetzen. Ich wusste um das Risiko, so forciert
zu fahren. Aber ich wollte Boden gut machen und ich wusste,
dass sich der Gegenwind in den nächsten Stunden ständig verstärken
wird. Da wollte ich so schnell wie möglich oben sein am berüchtigten
Turnaround in Hawi, wo der Wind so heftig bläst. Es war bei
weitem nicht so hart, wie ich erwartet hatte, als ich auf die
letzten dreißig Kilometer vor der Wende einbog. Und ich schaffte
schließlich den Turnaround mit einem 27er-Schnitt. Auf dem Rückweg
zunächst eine Höllenfahrt mit Rückenwind, und ich wollte mir
schon eine Zeit unter sechseinhalb Stunden ausrechnen. Doch
dann bremste mich der berüchtigte Gegenwind auf der Rückreise.
Als ich in den Alii Drive einbog, rief mir meine Frau den vierten
Platz zu. Ich wollte es nicht glauben, denn dann musste ich
beim Überholen einige Konkurrenten übersehen haben. Bei Kilometer
178 noch ein kurzer, steiler Anstieg. Ich konnte mich auf dem
größten Ritzel noch hochwuchten, vor mir waren Einige abgestiegen.
Doch nun kamen die Stunden der Wahrheit. Werde ich büßen müssen
auf der Laufstrecke?
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