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The Arctic Circle Race in Grönland,
1997
Seite 3/3
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. . . Und dann noch zweieinhalb
Kilometer. Schon im Ortsbereich noch einige weite Schleifen
- mit herrlichen Ausblicken aufs offene Meer zwar, aber noch
ein harter, unerwarteter Anstieg. Ich hole das Letzte aus mir
heraus. Und dann sehe ich unter mir die Skiarena mit vielen
hundert Menschen. Nahezu die gesamte Bevölkerung des Ortes ist
im Zielraum versammelt. Sie warten auf mich, denn ich komme
ganz allein daher. Und hinter mir wird wieder ein Loch sein
von etwa zwanzig Minuten. Nun erlebe ich wieder diese geradezu
eruptive Euphorie wie am Ende meines ersten Hundertkilometerlaufes.
Der Adrenalinstoß, die Ausschüttung der körpereigenen Endorphine.
Es durchströmt den ganzen Körper. Ich empfinde ein herrliches
Glücksgefühl, und es wächst mir plötzlich eine unglaubliche
Kraft zu. Mit kräftigen Doppelstock-Schüben laufe ich dem Ziel
entgegen, nach ca. 170 harten, arktischen Kilometern. Es ist
breit gewalzt, völlig unberührt die Schneefläche, eine frische,
klassische Spur in der Mitte. Ich laufe ein und werde wie ein
Sieger gefeiert. Ein Interview im Zielraum, und als mich die
Reporterin nach dem Alter fragt, erlebe ich noch eine langanhaltende
Ovation.
Der
schönste Zieleinlauf, den ich je erleben durfte. Den eigenen
Körper erfahren im Grenzbereich. Ich empfinde Dankbarkeit und
Respekt. Er hat wieder mal schier Unglaubliches geleistet. Die
Natur erleben, die Arktis mit eigener Körperkraft. Menschen
begegnen. Sie waren großartig: die vielen Helfer, das begeisterte
Publikum. Die Läufer aus vielen Nationen, die sich in diesen
Tagen nähergekommen sind. Ein großartiges Erlebnis mit emotionalem
Tiefgang. Sieger in unserer Gruppe wurde der Schweizer Hallenbarter
in 13 Stunden, 35 Minuten. Von 38 gestarteten Läufern sind 24
durchgelaufen. Ich kam in der Gesamtwertung auf den zwölften
Rang. In harten, erlebnisreichen, aber auch herrlichen 17 Stunden
und 41 Minuten.
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